Telogenes Effluvium ist die zweithäufigste Form des Haarausfalls in der klinischen Praxis. Charakterisiert durch plötzlichen, diffusen Haarausfall — oft dramatisch mehr als üblich — ist es typischerweise durch einen physiologischen Stressor ausgelöst und in den meisten Fällen vollständig reversibel.
Was ist telogenes Effluvium?
Beim telogenen Effluvium löst ein physiologischer Schock eine Massenverschiebung der Follikel von Anagen in Telogen aus. Dies führt zu synchronem Haarausfall — dramatisch gesteigertem Haarausfall — ca. 2–3 Monate nach dem auslösenden Ereignis.
Häufige Auslöser
Körperlicher Stress: Größere Operationen, schwere Krankheit, erheblicher Blutverlust oder hohes Fieber.
Hormonelle Veränderungen: Postpartaler Haarausfall tritt 2–3 Monate nach der Geburt auf.
Ernährungsmangelzustände: Niedrige Eisenwerte/Ferritin, Zinkmangel, schwere Proteinrestriktion und Crash-Diäten.
Schilddrüsenerkrankungen: Sowohl Hypo- als auch Hyperthyreose können telogenes Effluvium verursachen.
Wie lange dauert es?
Akutes telogenes Effluvium — bei dem der Auslöser identifiziert und behoben wird — löst sich typischerweise innerhalb von 3–6 Monaten nach Behebung des Auslösers auf.
Behandlung
Identifizierung und Behebung des zugrundeliegenden Auslösers: Ernährungsdefizite korrigieren, Schilddrüsenerkrankung behandeln, Stress bewältigen. Minoxidil kann die Erholung unterstützen.
Ist eine Haartransplantation geeignet?
Nein. Telogenes Effluvium verursacht diffusen, reversiblen Haarausfall. Eine Transplantation wird nur für verbleibenden permanenten Verlust nach vollständiger Erholung in Betracht gezogen.
Plötzlich gesteigerter Haarausfall? Unser Team hilft bei der Beurteilung und berät über die geeignetste Behandlung.
